Tipps für bessere
Übersetzungen

Praktische Tipps eines erfahrenen Übersetzers für eine bessere Qualität des Inhalts

Übersetzen kann wie jede andere kreative Tätigkeit viel Spaß machen, genauso kann es aber auch frustrierend und anstrengend sein. An einem guten Tag sprudeln die Wörter in der Zielsprache beim Lesen des Originaltextes nur so heraus. An einem schlechten Tag kommt man einfach nicht weiter.  Ein Übersetzer liebt nichts mehr als einen gut geschriebenen Text, der den Leser mit möglichst wenig Worten direkt anspricht. Weniger ist mehr, mehr oder weniger. Solange ausreichend Kontext vorhanden ist.

Verständlichkeit

Praktische Tipps für bessere Übersetzungen

Bevor Sie Ihren Text zu LanguageWire schicken, sollten Sie ihn ein letztes Mal korrekturlesen und sich fragen:

  1. Drückt er aus, was ich sagen will?
  2. Was drückt er aus – was genau bedeutet das?
  3. Muss der Satz so lang sein?
  4. Für wen schreibe ich den Text?

Erfahrene Übersetzer haben kein Problem damit, ihren Kunden die simple Frage zu stellen: Was bedeutet dieser Satz? Können Sie ihn mir erklären oder umschreiben? Die meisten Kunden finden es gut, wenn der Übersetzer nachfragt, weil es ihnen zeigt, dass er bestrebt ist, die bestmögliche Übersetzung zu liefern.

Oftmals ist ein übersetzter Text, bei dem Fragen geklärt wurden, besser als das Original oder gibt dem Kunden die Möglichkeit, auch das Original zu verbessern.

Ich hatte schon Kunden, die sich bei mir bedankt haben, weil ich sie gefragt habe: Was genau bedeutet dieser Satz? Was soll er aussagen? Oder auch: Ich verstehe diesen Satz nicht. Können Sie ihn mir bitte erklären?

Manchmal streicht der Kunde den Satz aus dem Original oder bittet mich, ihn zu ignorieren, oder er schreibt den Satz neu oder erklärt, was er bedeuten soll. 

Kontext

Praktische Tipps für bessere Übersetzungen

Kontext ist das A und O. Das stellen Übersetzer jeden Tag aufs Neue fest, wenn sie sich in Übersetzerforen gegenseitig bei der Übersetzung schwieriger Sätze oder Begriffe helfen. Wenn Sie wissen möchten, wie schwierig eine Übersetzung ohne Kontext sein kann, machen Sie mit einem Bekannten das folgende kleine Experiment: Jeder von Ihnen sucht sich zufällig 10 Begriffe aus dem Wörterbuch in einer Zweitsprache aus, mit der Sie beide vertraut sind – die meisten Deutschen z. B. würden Englisch nehmen, weil Englisch in der Schule schon früh unterrichtet wird. Schreiben Sie die zehn Wörter auf einem Blatt Papier auf. Tauschen Sie jetzt die Blätter und übersetzen Sie die Liste der Wörter. Es wird garantiert so sein, dass einige Wörter mehrere Bedeutungen oder ganz unterschiedliche Bedeutungen haben.

Und wie werden sie richtig übersetzt? Das hängt vom Kontext ab! Und wenn kein Kontext vorhanden ist?

Dieses Problem hat der Übersetzer oft. Der Text, der ihm vorliegt, hat nicht viel Kontext. Das kann ein Benutzerhandbuch sein oder ein Text, der eine Benutzeroberfläche für eine Maschine beschreibt, die der Übersetzer nie zu Gesicht bekommt. Oder Softwaretext für eine Benutzeroberfläche (z. B. die Beschriftung einer Schaltfläche auf einem Touchscreen).

Je mehr Kontext Sie dem Übersetzer geben können, desto besser. Sie bekommen das vielleicht nicht mit, aber ein Übersetzer verbringt beim Übersetzen viel Zeit mit Internetrecherche – auf der Suche nach Kontext.

Professionelle Übersetzer wissen natürlich, dass sie nicht allem vertrauen dürfen, was sie im Internet finden. Sie gehen auf vertrauenswürdige Websites und sie vergleichen Websites. Und sie schauen sich auch die Homepages Ihrer Mitbewerber an.

Kontext ist also gut – solange es der richtige Kontext ist.

Terminologie

Praktische Tipps für bessere Übersetzungen

Nehmen wir als Beispiel den Spaten – manche bezeichnen ihn auch als Gartenwerkzeug, als Schippe, als Gerät, vielleicht sogar als Schaufel.

Und wenn Sie glauben, dass Terminologie nicht so wichtig ist, dann sollten Sie im Beisein eines Windkraftexperten besser nicht von „Windmühlen“ sprechen. Terminologie hängt eng mit Kontext zusammen. Ein weiterer Aspekt, der eng mit Terminologie zusammenhängt, ist Konsistenz.

Es geht darum, sich einmal für bestimmte Begriffe zu entscheiden und diese dann durchgängig zu verwenden. Es kann auch eine Liste von Begriffen geben, die nicht verwendet werden dürfen. Zum Beispiel kann Ihr Unternehmen dem Übersetzer sagen, dass er den Begriff „Schippe“ nicht verwenden soll.

Es hilft sehr, wenn Sie sich an Ihre eigene Terminologie halten. Ich habe früher einmal für eine Firma namens Softly & Andersen übersetzt, die es nicht mochte, dass man die Abkürzung „S&A“ verwendet – was aber fast alle taten. So weit, so gut. Was immer wieder zu Irritationen bei den Übersetzern geführt hat, war, dass in den Ausgangstexten, die sie übersetzen sollten, immer wieder „S&A“ vorkam. Und so fand auch die Abkürzung „S&A“ hin und wieder den Weg in die Übersetzungen.

Ich musste einmal eine Bedienungsanleitung übersetzen, in der der Autor drei verschiedene Substantive verwendete, die sich als Bedienkraft, Maschinenbediener und Maschinensteuerer übersetzen ließen. Irgendwann fragte ich beim Kunden nach, ob es sich um drei verschiedene Personen handeln würde. Denn für mich sah es so aus, als würde die Maschine nur von einer Person bedient. Der Kunde bestätigte, dass es sich um dieselbe Person handelte, und ich sollte einfach beim Begriff „Bedienkraft“ bleiben.

Ein weiteres Beispiel war ein Handbuch, bei dem der Autor fünf verschiedene Begriffe für die Benennung eines bestimmten Sensors an der Maschine verwendete. Es war jedes Mal derselbe Sensor gemeint. Stellen Sie sich jetzt vor, dieser Text wird übersetzt und es werden fünf verschiedene Begriffe für ein und dasselbe Teil verwendet – wie verwirrend.

Terminologie und Konsistenz hängen demnach eng zusammen. Es ist also wichtig, Begriffe konsequent zu verwenden. Es gibt natürlich auch Begriffe, die gar keine Begriffe sein und nur ganz begrenzt verwendet werden sollten. Manche Begriffe werden nur intern verwendet und haben in einem Text für ein breiteres Publikum nichts zu suchen.

Ich habe einmal eine Broschüre für einen großen Fleischverarbeitungsbetrieb übersetzt. Bei einem der Texte ging es um eine Fleischverarbeitungsanlage und im Ausgangstext kam immer wieder das dänische Substantiv für Weihnachtsbaum vor. Letztendlich fragte ich den Kunden, was denn der „Weihnachtsbaum“ sei – er schickte mir daraufhin ein Foto von einem Fleischhang, an dem die Fleischstücke aufgehängt wurden. Der Fleischhang sah ein bisschen aus wie ein Weihnachtsbaum, deshalb war für die Bedienkräfte der Anlage ganz klar, was gemeint war. Der normale Leser hätte den Begriff in diesem Zusammenhang aber nicht verstanden.

Bei einigen Autoren haben wir das andere Extrem: Sie verwenden so viel Terminologie, dass der Text kaum mehr lesbar ist. Das ist oft ein Problem, wenn Ingenieure oder Techniker etwas über eine Maschine oder ein Produkt schreiben. 

Oder wenn jemand PowerPoint-Folien erstellt – plötzlich meinen die Leute, sie müssten ganz viele Substantive verwenden. Das hängt zum Teil mit der Form und dem Layout dieser Art von Texten zusammen, die in der Regel folgendermaßen aufgebaut sind:

Überschrift

Gefolgt von einem kleinen Textblock (KTB). Der KTB muss ein paar nützliche Informationen (NI) enthalten. Dann kommen zwei oder drei wichtige Aufzählungspunkte (WAP).

  • Der Text muss fließen und aussagekräftig sein.
  • Fluss und Aussagekraft machen den Text flüssig (FT)
  • Ein flüssiger Text bedeutet, dass die Botschaft klar ist.

Eine Zeile Schlusstext oder ein KTB mit NI.

Der Leser ist schnell mit der Fülle an Substantiven, Abkürzungen und Akronymen überfordert. Der Text wird zu einer einzigen Wortmasse. Die eigentlichen Informationen gehen dabei verloren. Und der Text wird unbrauchbar.

Nicht jedes Unternehmen verwaltet seine Terminologie. Ich empfehle Ihnen aber, gleich heute damit anzufangen. Für Ihre Texte und Ihre Übersetzungen wird dies von Vorteil sein. Unsere Übersetzer sind sehr erfahren in der Terminologieverwaltung und finden es gut, wenn der Kunde Terminologie verwendet.

Fazit

Wenn Sie LanguageWire einen Text schicken, der verständlich geschrieben ist, Kontext hat und in dem die richtige Terminologie verwendet wird, können Sie sich sicher sein, dass Ihr Übersetzer viel Freude mit der Übersetzung haben wird. LanguageWire und der Übersetzer tun ihr Bestes, um die bestmögliche Übersetzung zu liefern.

Sich verständlich auszudrücken, ist nicht einfach. Eine klare Ausdrucksweise ist kein Kinderspiel.

Aber wenn Sie genau das in Ihren Texten berücksichtigen, hilft es allen Beteiligten und vor allem der Person, um die es eigentlich geht – dem Leser, Ihrem Kunden.

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