Reisetipps
 
Hamburg

Hamburg – die Perle an der Elbe

- Von Business Coordinator Lilja, die in Hamburg lebt und im Hamburger Büro von LanguageWire arbeitet.

Bild: Martin Fisch

Moin liebe Leserinnen und Leser!

Moin – diesen Gruß hört man in Hamburg zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und ich finde, er spiegelt den Charme dieser schönen Stadt und ihrer rund 1,75 Millionen Einwohner perfekt wider: bodenständig, geradeaus, vielleicht ein bisschen wortkarg, aber gleichzeitig sympathisch und entspannt.

Die alte Seefahrerstadt mit ihrem riesigen Hafen ist eine Stadt mit vielen Facetten:

  • Viel Grün überall.

  • Viel Wasser – Elbe und Alster und zahllose Kanäle.

  • Viele Brücken – tatsächlich mehr als Venedig, London und Amsterdam zusammen.

  • Viele spannende und kontrastreiche Stadtteile.

Über meine Stadt, die ich seit elf Jahren meine Wahlheimat nennen darf, lässt sich so viel schreiben. Ihnen möchte ich hier meine Lieblingsplätze verraten und Ihnen natürlich einen Besuch der Hansestadt ans Herz legen.

Mit freundlichen Grüßen
Lilja, LanguageWire Business Coordinator.


Von A (wie Alster) nach B (wie Blankenese)

Hamburg ist zwar die zweitgrößte Stadt Deutschlands, aber zugleich eine Stadt der kurzen Entfernungen. Daher lässt sich die Hansestadt auch perfekt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß und mit dem Fahrrad erkunden.

Auch wenn wir in Hamburg noch einiges von der Fahrradstadt Kopenhagen lernen können, kann ich nur jedem empfehlen, sich auf dem Fahrrad den allgegenwärtigen (und mal mehr, mal weniger leichten) Wind um die Nase wehen zu lassen.

Und das geht einfacher, als Sie denken – mit dem roten StadtRAD. Überall in der Stadt verteilt finden Sie die StadtRAD-Stationen. Nach der Registrierung per Kreditkarte direkt an der Station (Preis: 5 €), kann man direkt losradeln – die erste halbe Stunde auf dem Rad ist sogar kostenlos.

Dominik Kowanda

Bild: Dominik Kowanda

Ein besonderer Tipp

Steigen Sie am Rathaus in die Ringlinie U3 (Richtung Barmbek über Schlump) und genießen Sie eine kleine Stadtrundfahrt.

„Die Strecke verläuft zum größten Teil als Hochbahn durch einige der schönsten Stadtteile Hamburgs.“

Wenn Sie sich einen Platz auf der linken Seite des Waggons ergattern, werden Sie unter anderem mit einem herrlichen Blick auf den Hafen mit seinen Werften und Schiffen und unserem neuen (umstrittenen) Wahrzeichen belohnt – der Elbphilharmonie. Nach der Station Schlump verläuft die Strecke dann vorbei an prächtigen Jugendstilhäusern und Sie können auch einen Blick in die schönen und exklusiven Wohnungen werfen.

Mit der U3 kommen Sie auch zum Stadtpark, einem der größten und ältesten Parks Hamburgs (Station Borgweg).

Charmante Cafés – Hamburger lieben es gemütlich

In Hamburgs Cafés steht Gemütlichkeit an erster Stelle. Etwas abgewetzte, dafür aber urgemütliche Sofas und bunt zusammengewürfelte Möbelstücke aus vergangenen Jahrzehnten machen den Charme aus und gehören zum guten Ton.

Die Hamburger lieben es, frühstücken zu gehen – und das bis spät in den Nachmittag hinein. Ich bin selbst ein großer Frühstücksfan und verrate Ihnen gerne meine Lieblingscafés.

Kraweel (im Stadtteil St. Pauli): Ein kleines Café mit liebevoll angerichteten Köstlichkeiten wie Quiches, Focaccia, selbstgemachten Kuchen und Torten. Mein Highlight dort ist ganz klar das Frühstück „Groß und salzig“ mit Croissant, Toast und Brötchen, drei verschiedenen Ziegenkäsepralinen, Marmelade, grünem Pesto, Obst, Serrano-Schinken und Salami. Eine Portion kostet nicht einmal 10 € und reicht problemlos für zwei hungrige Personen. Ich kann auch die vegetarische Version mit Humus und Tapenade empfehlen, die mindestens genauso lecker ist.

Kraweel Breakfast

Frühstück im Kraweel. Bild: Lilja.

Café Absurd (im Stadtteil St. Pauli): Das Café, in dem meiner Meinung nach das leckerste und gleichzeitig günstigste Brunchbuffet der Stadt serviert wird. Für nur 8,50 € bekommt man ofenwarme Brötchen und Laugenstangen und einfach so ziemlich alles, was das Frühstücksherz begehrt: Räucherlachs, verschiedene Aufschnitte, Mini-Schokoküsse, Obstsalat, Rührei, Tomate-Mozzarella-Salat, Guacamole-Dip, frische Waffeln ...

Das Café ist genau deshalb zurecht sehr beliebt und gut besucht. Es empfiehlt sich also, ein paar Tage vorher einen Tisch zu reservieren.

Martin Abegglen

St. Pauli Graffiti. Bild: Martin Abegglen

Gretchens Villa (im Stadtteil Schanze/Karoviertel): Köstliche Torten in plüschiger Atmosphäre. In der Umgebung liegen viele kleine individuelle Boutiquen und gleich um die Ecke findet jeden Samstag auch der beliebte Schanzenflohmarkt statt.

Elbgold (im Stadtteil Schanze): Stylishe Location in den alten Schanzenhöfen. Das Kaffeebrühen wird hier fast schon zur Kunst stilisiert. Das Highlight ist aber auf jeden Fall auch der köstliche New York Cheesecake.

WolfB1958

Bild: wolfB1958

Die Klassiker – zwar keine Geheimtipps, aber uneingeschränkt zu empfehlen

Die Alster und die Elbe genießen

Wir Hamburger lieben unser Wasser: die Elbe, die Hamburg über den Hafen mit der ganzen Welt verbindet, und die im Herzen der Stadt gelegene Alster, die uns zu jeder Tages- und Nachtzeit durch ihre Schönheit besticht. Nicht umsonst heißt Bier mit Limonade hier nicht wie im Rest von Deutschland Radler, sondern Alster(wasser).

In Hamburg gibt es wirklich viele Möglichkeiten, das Wasser auf sich wirken zu lassen:

  • Beim Picknick auf den Alsterwiesen oder etwas aktiver bei einem Spaziergang, joggend oder auf dem Rad rund um die Alster.

  • Über das Wasser schippern – entweder auf einem der Alsterdampfer, die an der Binnenalster ablegen, oder auf dem Kanu oder Tretboot auf der Außenalster und ihren weitverzweigten und idyllischen Kanälen.

Pedalbaad

Tretboot auf der Alster. Bild: Lilja

  • Hafenrundfahrt. Zugegeben, das klingt zwar etwas touristisch, aber der Hafen gehört nun mal zu Hamburg und der spröde und kauzige Humor der Kapitäne und der Blick auf die riesigen Container und Schiffe machen dieses Erlebnis unbedingt empfehlenswert.

  • Eine Fahrt auf der Elbe. Wie schon in diesem Guide erwähnt, kann man aber auch fast umsonst auf der Elbe schippern: Das HVV-Tagesticket für nur 6 € gilt auch für die HVV-Fähren.

  • Mein persönlicher Tipp: Am Fischmarkt einsteigen – dort ist es weniger überlaufen als bei den Landungsbrücken – und bis Övelgönne fahren. Dort kann man dann am schmalen Strand oder in dem Kulttreff an der Elbe schlechthin sitzen: der Strandperle. Hier können Sie bei einem kühlen Getränk die vorbeiziehenden großen Pötte bestaunen. Oder sie laufen von dort aus immer am Wasser entlang bis ins schicke Blankenese laufen.

Das Grün auf sich wirken lassen

Hamburg ist nicht nur eine Stadt mit viel Wasser. Wir können auch mit vielen schönen Parks und Grünanlagen aufwarten.

Sarahhoa

Planten un Blomen. Bild: Sarrahhoa

Mein absoluter Favorit ist Planten un Blomen. Dieser Park liegt mitten in der City und nur fünf Minuten von unserem neuen LanguageWire-Büro entfernt. In dieser 45 Hektar großen Parkanlage finden Sie kleine Seen, weitläufige Rasenflächen, wunderschöne Blumenbeete, Themengärten und ein Tropenhaus. Daneben gibt es riesige Spielplätze, eine Rollschuhbahn, die im Winter zur Schlittschuhbahn umfunktioniert wird, einen Musikpavillon, in dem im Sommer kostenlose Konzerte angeboten und, und, und.

Ein Sommerklassiker: In den Sommermonaten kann man täglich abends die kostenlosen Wasserlichtspiele auf dem Parksee bestaunen.

Die Stadt aus der Möwenperspektive betrachten

Einen einmaligen Blick auf die Stadt bekommt man hoch oben auf dem Glockenturm unseres Hamburger Wahrzeichens – dem Michel, der eigentlich Hauptkirche St. Michaelis heißt.

Sonntagmorgens auf dem Fischmarkt

Nico Kaiser

Fischmarkthalle. Bild: Nico Kaiser

Auf dem Fischmarkt in St. Pauli direkt an der Elbe treffen jeden Sonntag ab 5 Uhr Marktschreier, die lautstark körbeweise Obst, Wurst und Süßigkeiten feilbieten, frühaufstehende Touristen und noch immer wache Nachtschwärmer, die direkt vom Kiez eingefallen kommen, aufeinander. Hier ist also immer eine sehr lustige, bunte Mischung an Menschen anzutreffen. In der Fischauktionshalle kann man tanzend in den Tag starten oder ganz einfach weiterfeiern – bei Live-Musik, die es hier von 5 bis 12 Uhr gibt.

Hamburg liebt Hamburger

Stylishe Hamburger-Restaurants sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Die Auswahl ist groß und eine klare Empfehlung fällt schwer – bekanntlich sind Geschmäcker ja verschieden.

Deshalb möchte ich Ihnen hier die Favoriten meiner LanguageWire-Kollegen Sebastian und David verraten. Sie sind nämlich schon fleißig am Testen:

  • Burger Lab (im Stadtteil Schanze)

  • Ottos Burger (in den Stadtteilen St. Georg und Grindelviertel)

  • Gorilla Grill (im Stadtteil Eimsbüttel)

  • Better Burger Company (in der City)

  • Brooklyn Burger Bar (in der City)

Meine kulinarischen Favoriten

Backbord (in St. Pauli): Hier erwarten Sie ein rustikales Ambiente, große Portionen und sehr faire Preise. Mein Favorit ist das butterweiche Bio-Schnitzel mit Pommes. Auch für Vegetarier und Veganer gibt es hier eine große Auswahl – z. B. vegane Currywurst (mit veganer Mayonnaise) oder knusprige Frischkäsetäschchen mit Salat.

Trattoria due da Enzo (Großneumarkt, gleich um die Ecke vom Michel): Ein kleines italienisches Restaurant ohne feste Speisekarte – serviert wird, was es morgens frisch auf dem Markt gab. Ich empfehle dieses Restaurant besonders wegen der Vorspeisenvariationen, die allein schon so lecker und üppig sind, dass man eigentlich gar keinen Hauptgang mehr bestellen muss.

Trattoria due Terasse

Trattoria due da Enzo, Hamburg. ImBildage: Trattoria due da Enzo

Butcher’s (in Pöseldorf, nahe der Alster): Hier gibt es mit Abstand das beste Steak der Stadt! Wenn Sie also Lust auf eine solide Fleischmahlzeit haben, sind Sie hier genau richtig.

Ein Rundgang mit Cocktails

Die Reeperbahn, die hier auch Kiez genannt wird, ist über die Grenzen Hamburgs bekannt und in jedem Hamburg-Führer zu finden.

Hier findet man einen skurrilen Mix aus Bars, Fastfood-Ketten, Supermärkten und Table-Dance-Bars, vor denen die so genannten Koberer stehen und mit einiger Vehemenz versuchen, Touristen in die teuren Etablissements zu locken. Gerade am Wochenende, wenn das Partyvolk auf die Feiermeile drängt, kann ein Reeperbahn-Besuch eher etwas anstrengend werden.

Mein Tipp deshalb: Schauen Sie sich das bunte Treiben lieber von oben an – bei einem Drink im schicken Clouds im 24. Stock der Tanzenden Türme (Reeperbahn 1). Der nächtliche Blick auf den Hafen und die hell erleuchtete Reeperbahn ist wirklich atemberaubend.

Clouds Hamburg

Clouds, Hamburg. Bild: Clouds

Weitere nette Bars findet man unweit der Reeperbahn in der Paul-Roosen-Straße – zum Beispiel das Clockers, die Luba Luft Bar oder die 3 Freunde Bar – und natürlich rund um die Straße Schulterblatt in der Schanze.

Hamburger Besonderheiten

1. Hamburg ist eine reiche Stadt und hier gibt es die größte Millionärsdichte und trotz des berühmt-berüchtigten Schietwetters wohl auch die höchste Cabrio-Dichte Deutschlands. Aber: Den Hamburger zeichnet Understatement aus. Pelzmäntel oder extravagante große Sonnenbrillen sieht man hier fast nur an Touristen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass man die eine oder andere Berühmtheit verschwitzt in Trainingsklamotten um die Alster joggen sieht.

2. Hamburger sollte man lieber nicht auf die (vermeintlichen) Vorzüge Berlins ansprechen. Der Hamburger liebt seine Stadt heiß und innig und stellt gerne mit dem Brustton der Überzeugung fest: „Hamburg ist die schönste Stadt der Welt!“ Abends auf der Reeperbahn ist es daher nicht ungewöhnlich, eine der musikalischen Hommagen an Hamburg wie etwa „Nordisch by Nature“ oder „Hamburg, meine Perle“ zu hören, die dann auch von der gesamten Kneipe lautstark mitgegrölt werden. So viel zur zurückhaltenden Art der Hamburger!

3. Die Liebe der Hansestadt zur Pyrotechnik. Die Chancen stehen gut, dass man bei einem Hamburg-Besuch auch ein Feuerwerk erlebt. Während des DOMs – dem größten Volksfest Norddeutschlands, das dreimal im Jahr für jeweils einen Monat stattfindet – gibt es jeden Freitag ein großes Feuerwerk zu bestaunen. Das gleiche gilt anlässlich des Hafengeburtstags, des japanischen Kirschblütenfests, dreimal während des Hamburger Alstervergnügens oder wenn mal wieder das Kreuzfahrtschiff Queen Mary einläuft… Anlässe für ein Feuerwerk scheint es in Hamburg immer zu geben. Noch ein Element, das eigentlich so gar nicht zum Klischee von der etwas spröden und zurückhaltenden Art der Hamburger passt.

Wir hoffen, Sie bald in Hamburg zu sehen.
Herzlich willkommen!

Keriluamox

Blick auf einen der vielen schönen Kanäle in Hamburg. Bild: Keriluamox