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5 globale
Content-Trends
für 2020

Globale Content-Trends für 2020

Véronique Özkaya

Autorin: Véronique Özkaya
Chief Commercial Officer, LanguageWire
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In den vergangenen Jahren waren neuronale maschinelle Übersetzung (NMT) und Digitalisierung die zentralen Zukunftsthemen in der Übersetzung und Lokalisierung, doch gleichzeitig fand auch eine Rückbesinnung auf das Grundlegende statt: Menschen und ihre besonderen Fähigkeiten. Auch 2020 werden sich einige bestehende Trends fortsetzen, doch es wird auch einige neue Entwicklungen geben. Die fünf unserer Meinung nach wichtigsten Trends für das kommende Jahr haben wir hier für Sie zusammengefasst:

1. Ubiquitäre maschinelle Übersetzung

Unternehmen müssen immer mehr Content erstellen, ohne dass ihnen dafür notwendigerweise ein höheres Übersetzungsbudget zur Verfügung steht. Daher scheint die Devise, dass Content in Bezug auf die Verwendung und Zielgruppe differenziert behandelt werden kann, immer größeren Anklang zu finden. Mittlerweile steht für die Unternehmen stärker im Vordergrund, dass 80 % der maschinellen Übersetzungen (MT)  von guter Qualität sind, als dass 20 % davon bisher noch mangelhaft sind.

Maschinelle Übersetzung ist das neue Translation Memory (TM), steigert zusätzlich die Produktivität der Workflows und ermöglicht eine schnellere, bessere und günstigere Erstellung von Content. Für 2020 darf man damit rechnen, dass die Entwicklung weiter Fahrt aufnehmen wird und es weitere maßgeschneiderte Engines und ubiquitäre maschinelle Übersetzung geben wird.

In Bezug auf den Technologieakzeptanz-Lebenszyklus sind Technologien wie maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz nicht mehr nur „Innovatoren“ und „Early Adopters“ vorbehalten. Sie prägen die Branche schon heute tiefgreifend. Unternehmen bauen zentralisierte, funktionsübergreifende KI-Abteilungen auf, um die Rentabilität zu steigern. Doch auf lange Sicht muss sich zeigen, wie sich künstliche Intelligenz in das Internet of Things (IoT), Blockchain und die Cloud integrieren lässt. Hier sind die wirklich bahnbrechenden Ergebnisse zu erwarten. Diese Entwicklungen sollte man weiter beobachten.

2. Sprachsuche verschafft sich Gehör!

Sprachsuche ist intelligent. Mit der Sprachsuche findet man Informationen online nicht nur einfacher, ohne dafür ein Gerät bedienen zu müssen, sondern verbringt dabei auch noch weniger Zeit vor dem Bildschirm. Alphametic zufolge werden im Jahr 2020 bereits 50 % aller Suchen sprachgesteuert ausgeführt. In den USA beliefen sich die mit Sprachsuchsystemen erzielten Umsätze im Jahr 2017 noch auf 1,8 Millionen US-Dollar – im Vergleich dazu wird bis 2022 ein Anstieg auf 40 Millionen US-Dollar erwartet. 

Im Kinofilm Star Trek IV versucht Chefingenieur Scotty vergeblich einem Computer über die Maus Sprachbefehle zu erteilen. Mittlerweile wird Sprachsteuerung jedoch zunehmend zur Normalität, wie verschiedene Geräte für den Consumer-Markt, z. B. Smart Speaker wie Alexa, Google Home Hub und Portal von Facebook, beweisen. Diese Technologie ist die Benutzerschnittstelle der Zukunft und 2020 ist definitiv der richtige Zeitpunkt, um in die Sprachsuche einzusteigen.

3. Schnell, schneller, am schnellsten

Die Time-to-Market ist stärker als jemals zuvor einer der wichtigsten Schlüsselfaktoren für Content-Ersteller in verschiedenen Unternehmensfunktionen. Der E-Commerce hat stark dazu beigetragen, dass die Übersetzungsbranche zunehmend kürzere Bearbeitungszeiten bewältigen muss. Die Forderung nach kürzeren Bearbeitungszeiten betrifft alle Branchen – auch regulierte Branchen.

Unternehmen erwarten eine starke Automatisierung von Workflows und eine ständige Notwendigkeit zu weiteren Effizienzsteigerungen. Erreicht wird dies durch Automatisierung und Lösungen, die den gesamten Content-Prozess von der Erstellung, über die Übersetzung bis zur Veröffentlichung abdecken.

Mit unserem Partner Gelato haben wir ein Modell entwickelt, mit dem Kunden Übersetzung und Druck in einem beauftragen können. Technologie und zuverlässige Prozesse garantieren eine pünktliche Lieferung des Contents.

4. DSGVO, Sicherheit und Skalierung

Sicherheitslücken, Benutzerdatenlecks und die DSGVO waren im Jahr 2019 wichtige Themen in den Führungsebenen der Unternehmen. Einige der größeren Fälle von Datenlecks, die international für Aufsehen sorgten, betrafen Facebook, Quora, Exactis und Marriott.

Wir gehen davon aus, dass dynamisches Data Masking und Verschlüsselungstechnologien 2020 unverzichtbar werden.

Dennoch haben einige Unternehmen, besonders in den USA, die Einführung der DSGVO nicht als Gelegenheit genutzt, kontinuierliche Prüf- und Überwachungsprozesse einzuführen. Stattdessen ziehen sie eine „Point-in-Time-Compliance“ vor oder verzichten sogar auf Kunden in der EU. Die DSGVO wird auch 2020 weiter relevant sein.

Es zeichnet sich außerdem ab, dass Übersetzungskunden bessere Sicherheitsstandards fordern. Die entsprechenden Anforderungen sind in den vergangenen beiden Jahren deutlich gestiegen. Dies zeigt sich u.a. in langwierigen Audits zu Datensicherheit und Risikomanagement, die bei Ausschreibungen zunehmend vorausgesetzt werden. Auch dieser Trend wird sich 2020 fortsetzen: Unternehmen geben ihre Standards an die Lieferkette weiter und erwarten, dass Partner ihre eigenen Sicherheitsmaßnahmen entsprechend anpassen.

5. Fachkräftemangel

Neben Technologie gilt der Kundenservice (insbesondere kurze Reaktionszeiten) für Kunden als wichtigstes Kriterium. Allerdings stellt der Fachkräftemangel in der Lokalisierungsbranche viele Unternehmen vor Herausforderungen.

Dies mag zunächst wie ein Widerspruch zum Automatisierungstrend erscheinen. Doch während die Prozesse immer stärker automatisiert werden, steigt der Bedarf an erfahrenen Projektmanagern, die Kunden bei ihrer Content-Strategie beraten und quasi der verlängerte Arm ihrer Lokalisierungsteams sind.

Merkmale erfahrener Projektmanager

Projektmanager sorgen für die optimale Erbringung der Übersetzungsdienstleistung. Kundennähe ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal und emotionale Intelligenz eine notwendige Fähigkeit für Projektmanager.

Fazit

2020 bringt aufregende neue Entwicklungen bei Technologie und KI. Durch den weiter steigenden Bedarf an Content, insbesondere in Anbetracht der weiteren Entwicklung digitaler Technologien, werden Lösungen für maschinelles Lernen zur schnelleren Erstellung von Content unerlässlich, der sowohl die notwendigen Qualitätsstandards erfüllt als auch den Budgetrahmen einhält.

Im Bereich maschinelle Übersetzung hat sich die Entwicklung bereits deutlich beschleunigt, ein klares Anzeichen dafür, dass Content-Workflows immer weiter optimiert werden müssen.

Wenn Sprachsuche noch nicht Teil Ihrer Marketingstrategie ist, sollten Sie dies jetzt ändern.

Und die gute Nachricht für uns Menschen: Noch können Maschinen uns nicht ersetzen! Projektmanager werden auch weiterhin eine zentrale Rolle bei Content-Anbietern spielen, denn ohne ein kompetentes Projektmanagement-Team fehlt auch das notwendige Verständnis für Ihre Marke und Ihre Content-Anforderungen.

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