Korrekten
Sprache
 

Also das da, mit der „korrekten“ Sprache, ist das wirklich so wichtig?

Moderne Unternehmen verwenden mehr Ressourcen als je zuvor, um sich auf dem Markt zu positionieren. Das liegt daran, dass der Wettbewerb in der digitalen Welt härter geworden ist. Deshalb werden auch höhere Anforderungen an die Marketingabteilung gestellt.

Viele Jahre lang lag der Fokus auf dem Geschichtenerzählen. Das ist immer noch so, denn „die richtigen Geschichten“ sind ein wichtiges Element bei der Schaffung einer erfolgreichen und anerkannten Marke. Unternehmen müssen heute strategische und kreative Überlegungen in ihre Bemühungen einbeziehen, um die Aufmerksamkeit der Kunden zu erlangen. Durch Geschichten und Erlebnisse müssen die Kunden die Produkte und Marken des Unternehmens riechen, schmecken, hören und fühlen können. Es muss unter die Haut gehen, damit man sich immer wieder erinnert ...

„Die digitalen Verbraucher der Zukunft sind nicht mehr nur auf das Produkt fokussiert, sondern auch auf das Erlebnis.“

Sprachqualität ist ein Wettbewerbsparameter

Wenn man das Obengenannte berücksichtigt, ist es nicht verwunderlich, dass der Begriff Content Marketing in diesen Jahren in aller Munde ist. 2014 hat man bei Besprechungen der Marketingabteilungen in den Unternehmen immer wieder das Mantra „Content, Content, Content“ gehört, fast so als wäre es einem Gesangbuch entnommen. Dieses gemeinsame Lied hat jedoch lediglich zu einem kräftigen Anstieg der Menge des publizierten Inhalts geführt, und nichts deutet darauf hin, dass dies zukünftig weniger werden wird. Ganz im Gegenteil – alle schreiben und publizieren was das Zeug hält!

 Content is king

Wie wir bereits in einem unserer früheren Artikel erwähnt haben, ergeben Untersuchungen, dass 55 % der Besucher einer Webseite weniger als 15 Sekunden dort bleiben, bevor sie zur nächsten wechseln. Das zeigt, wie wichtig es ist, sich noch mehr zu bemühen, um die Aufmerksamkeit unserer Empfänger festzuhalten. Und wie machen wir das nun? Naja, das können wir unter anderem, indem wir unsere Botschaft – unsere Geschichte – in einen schönen Umschlag verpacken. Es ist zweifellos motivierender, ein neues, schönes und gut geschriebenes Buch zu lesen, als ein altes Buch mit Kaffeeflecken, veralteter Sprache und vergilbten Seiten, die schon fast herausfallen.

Der Buchumschlag ist natürlich als Metapher für Sprachqualität zu verstehen. Selbstverständlich ist es wichtig, dass unsere Botschaften – egal ob sie in einem Newsletter, einem Prospekt oder auf unserer Webseite präsentiert werden – mit den richtigen Farben, ansprechenden Bildern, usw. versehen werden. Aber wenn wir nun einen riesigen Einsatz geleistet haben – hierunter auch in Bezug auf die Ressourcen – um die Botschaft in die schönsten Farben mit Bildern und Illustrationen zu verpacken, vor denen selbst Pablo Picasso erblassen würde, schulden wir es uns dann nicht selbst, mit einem letzten Sprachcheck das i-Tüpfelchen aufzusetzen? Das erfordert eigentlich keine große Kraftanstrengung und das Wichtigste bei allem: Es ist vielleicht genau das Entscheidende dafür, dass Ihr Empfänger hängenbleibt.

Wenn Sie noch nicht überzeugt sind ...

Dann denken Sie doch einfach mal über Folgendes nach: Wie oft haben Sie schon gehört, dass Ihre Freunde und Kollegen über die Qualität der Sprache in den verschiedenen Fernsehmedien klagen oder sich gar darüber lustig machen? Es gibt tatsächlich Webseiten, die sich mit sogenannten „Sprach-Klopsen“ beschäftigen. Die lustigsten enden meist in den sozialen Netzwerken, wo sie sich wie ein Virus über eine breite Schar potenzieller Kunden verbreiten. Das schadet der Marke, dem Image und natürlich auch dem Gewinn des Unternehmens. Denken Sie auch einmal an die riesige Menge an Newslettern, die viele von uns jeden Tag im Posteingang haben. Welche Newsletter wählen Sie aus, und welche nicht? Was denken Sie über den Absender, wenn der Text voller Fehler steckt? Oder sogar ein Fehler in der Überschrift ist! Es geht in hohem Maße darum, einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, indem der Fokus auf die Qualität des Inhalts gerichtet wird, den Sie produzieren. Bemühen Sie sich eine Sprachqualität zu erreichen, die Ihre Werte, Marke und Ziele für die Zukunft unterstützt. Ein politisches Manifest, das alle im Unternehmen mit Haut und Haar leben.

Es ist also wichtig, das mit der „korrekten“ Sprache!

Sie sind nun hoffentlich davon überzeugt, der Qualität Ihres Inhalts – also Ihrer Sprache nach außen – hohe Priorität einzuräumen. Sie wissen, dass dies ein Wettbewerbsvorteil ist, der Ihr Unternehmen im Kampf um die Gunst der Kunden stärken kann. Der nächste Schritt besteht darin, die Mitarbeiter im Unternehmen mit einem „sprachlichen Werkzeugkasten“ auszustatten, um eine „geschärfte” und „abgestimmte“ Sprache in der schriftlichen Kommunikation sicherzustellen. Glücklicherweise muss das kein zeitaufwändiger Prozess sein.

Leitfaden für Sprachwerkzeuge

Thumbs up 

Hierunter werden einige der Werkzeuge beschrieben, die man in den sprachlichen Werkzeugkasten der Mitarbeiter legen kann.

Die schnellen: Sprachwerkzeuge, die sich einfach und schnell einbinden lassen, und die nur minimale Pflege erfordern

  • Wortliste: Ein Dokument, das die Schreibweise der unternehmens- und branchenspezifischen Wörter und Ausdrücke, Produktnamen usw. in der Sprache des Unternehmens angezeigt.

  • Wörterbuch: Das, was wir hier bei uns eine Terminologiedatenbank nennen, die unternehmens- und branchenspezifische Wörter und Ausdrücke in mehreren Sprachen enthält. Neben der korrekten Schreibweise und den Sprachversionen kann die Datenbank auch Definitionen enthalten.

Diese beiden einfachen, jedoch wichtigen Werkzeuge stellen einen konsistenten Sprachgebrauch in Ihrer schriftlichen Kommunikation sicher. So wird die Absicherung eines höheren Qualitätserlebnisses gewährleistet – sowohl intern als auch extern – und dies führt letzten Endes zu einer stärkeren Marke.

Die verhältnismäßig schnellen: Sprachwerkzeuge, die sich verhältnismäßig einfach und schnell einbinden lassen, und die nur begrenzte Pflege erfordern

  • Kommunikationsleitfaden: Ein Heft o. a. mit Ratschlägen und Richtlinien dafür, wie die Mitarbeiter mit der Außenwelt kommunizieren sollen, sowie allgemeinen Sprachratschlägen und grammatischen Regeln.

  • Quick-Leitfaden: Eine verkürzte Ausgabe des Kommunikationsleitfadens, die nicht mehr als eine Seite füllt. Der Quick-Leitfaden enthält Regeln dafür, wie man die schlimmsten sprachlichen und grammatischen Fallgruppen umgeht. Kann evtl. als „Top 10“ oder „Die 10 Gebote“ gestaltet werden.

Die etwas mehr zeitaufwändigen: Sprachwerkzeuge, die Zeit, Einbeziehung der Leitung und laufende Pflege erfordern

  • Sprachstrategie: Kann evtl. als Säule der Kommunikationsstrategie einfließen, sodass die Sprache ein „System“ erhält. Eine Sprachstrategie ist ein Muss in großen Unternehmen mit globaler Präsenz, die sich täglich mit vielen verschiedenen Ländern, Sprachen, Kulturen und Nationalitäten beschäftigen. Eine Sprachstrategie ist auch ein nützliches Werkzeug für alle anderen Unternehmen, die die Absicht haben, auf neuen Märkten präsent zu sein oder dorthin zu expandieren.

  • Sprachpolitik: Ein Dokument, das die übergeordneten Regeln und Richtlinien für die Sprache enthält, bspw. die Haltung des Unternehmens zur Sprache, die Konzernsprache, hierunter die Verwendung von örtlicher Sprache sowie eine Beschreibung, wie man Hilfe für seine sprachlichen Aufgaben, Sprachwerkzeuge usw. finden kann.

Natürlich lassen sich die verschiedenen Sprachwerkzeuge auch miteinander kombinieren. Beispielsweise kann eine Wortliste in einen Sprachleitfaden eingearbeitet werden, ebenso wie Sprachleitfaden und Sprachpolitik ganz praktisch ein gemeinsames Sprachwerkzeug bilden können.

Nicht vergessen: Sie sind, was Sie schreiben!